Mediziner schlagen Alarm: Deutsche zu dick

(dpa-Pressemeldung vom 9.3.2001)

Mediziner schlagen Alarm: Jedes vierte Kind in Deutschland ist zu dick. Die Fettleibigkeit entwickle sich immer mehr zu einem ernsten gesellschaftlichen Problem, hieß es am Mittwoch auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie in Magdeburg.

Von den Erwachsenen sei in der Bundesrepublik bereits jeder zweite zu dick. "Politik und Krankenkassen tun zu wenig für Aufklärung und Prävention", sagte Professor Annette Grüters-Kieslich vom Rudolf-Virchow-Klinikum Berlin.

Bereits im Kindergarten müssten Kinder über die Hauptursachen der Fettleibigkeit - gestörtes Essverhalten und Bewegungsmangel - aufgeklärt werden, forderte die Expertin. Auch die Eltern müssten so früh wie möglich in entsprechende Programme einbezogen werden. Grüters-Kieslich verwies auf die negativen Folgen für betroffene Kinder. Dazu gehörten massive Verhaltensstörungen und ein sinkendes Selbstwertgefühl, was zu sozialer Isolation, weiter zunehmendem Bewegungsmangel und "Frustessen" führen könne. Zu den Folgeerkrankungen gehörten Diabetes, orthopädische Probleme oder Stoffwechselstörungen wie erhöhte Blutfettwerte.

dpa

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