| Testosteronmangel
des Mannes | |||||||
| Der Testosteronmangel des Mannes ist in den Medien der letzten
Jahre immer
wieder mit dem Attribut des Alterungsprozesses belegt worden.
Endokrinologen dagegen sehen
hier nicht nur ein sehr vielseitiges Hormon, sondern auch eine breite
Palette von möglichen Ursachen und Auswirkungen des
hormonellen
Defizits.
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| Es ergeben sich zusätzlich
unterschiedliche Wirkungen des Testosterons in verschiedenen
Alterssituationen: |
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Störungen im
Testosteronhaushalt machen sich also in unterschiedlichen Lebensphasen
jeweils unterschiedlich bemerkbar. Zusätzlich muss noch danach
unterschieden werden, an welcher Stelle des Regelkreislaufes
ein
Problem auftritt. Genau hier setzen Ausbildung und Erfahrung
des Endokrinologen
ein: Der Zeitpunkt der Blutentnahme und die Meßmethodik des Testosterons spielen eine große Rolle. Zumindest bei jüngeren Männern muss die Blutentnahme morgens erfolgen. Die Bestimmung des freien, nicht eiweißgebundenen Testosterons ist entscheidend für die Beurteilung der Wirkung des Hormons. | ||||||
| Therapeutisch gibt es mittlerweile mehrere
Möglichkeiten, einen
Testosteronmangel auszugleichen. Testosteron wird in Tablettenform
praktisch nicht mehr verabreicht wegen einer unsicheren Resorption
(Aufnahmefähigkeit). Man kann es entweder über die
Haut (als
Gel) anwenden oder als Depotpräparat in einen Muskel
injizieren. Im Muskel wird es je nach Zubereitung zum Beipiel
über drei Wochen oder
drei Monate langsam aufgenommen (resorbiert). Kontrollen der richtigen
Dosis erfolgen nicht wie bei der
Schilddrüse über die Steuerhormone der
Hirnanhangsdrüse
(LH, FSH), sondern über das Testosteron selbst. Die
LH-Produktion
ist gerade bei älteren Männern in der
Pulsatilität beeinträchtigt und somit als Kontrollparameter schlecht
geeignet. Zum Testosteron beim Klinefelter-Syndrom: Als besondere Form eines (angeborenen) Testosteronmangels gilt eine Chromosomenveränderung, bei der nicht der normale Satz von 46 Chromosomen, sonndern eine Form mit 47 Chromosomen mit einem überschüssigen X-Chromosom vorliegt ("XXY"). Jeder 500. Mann in Deutschland besitzt das überschüssige X-Chromosom. Von den damit betroffenen ca 80.000 Jungen und Männern sind bisher nur etwa 10% erkannt und diagnostiziert. Der Testosteronmangel macht sich oft erst nach der Pubertät bemerkbar und führt unbehandelt zu einem Leistungsverlust, Erektionsstörungen, Libidomangel, Osteoporose usw. Die Diagnose des Klinefelter-Syndroms bedeutet nicht, dass der Betroffene deswegen weniger "männlich" ist oder dass die Lebenserwartung damit geringer wäre. Der Mangel an Testosteron lässt sich mittlerweile recht problemlos ausgleichen, die Störung der Hodenfunktion mit kleinen Hoden und gestörter Spermienherstellung ist allerdings nicht zu reparieren. Bis vor ca 10 Jahren hat man nach Diagnosestellung deswegen davon ausgehen müssen, dass die Klinefelter-Patienten notwendigerweise unter einer nicht behandelbaren leiden. Diese Prognose konnte durch moderne Verfahren der Spermiengewinnung und anschließenden künstlichen Befruchtung einer weiblichen Eizelle zumindest in vielen Fällen geändert werden. Es existieren überhaupt recht viele Fehlinformationen über das Klinefelter-Syndrom nicht nur in der Bevölkerung, sondern auch bei Ärzten. Ausführliche Informationen gibt es zum Beispiel bei der Deutschen Klinefelter-Syndrom Vereinigung e.V., die sich in besonderem Maße für die Aufklärungsarbeit bei Patienten und Ärzten einsetzt. In einigen Städten der Bundesrepublik existieren mittlerweile Selbsthilfegruppen, deren Mitglieder mit Rat und Tat zur Seite stehen. Es gibt viele Informationen für Betroffene, aber auch für Eltern und (ganz wichtig!) für werdende Eltern eines Jungen mit Klinefelter-Syndrom. Gerade wegen der oft bestehenden Unsicherheit von Patienten und Ärzten bezüglich der Klinefelter-Problematik sind solche Aktivitäten unterstützenswert. Hier der Link zu einem ausführlichen Informations-Film der Andrologischen Abteilung der Universitätsklinik Münster.
(Chromosomensatz XXY beim Klinefelter-Syndrom) | |||||||
Zur Endokrinologie der
Prostatavergrößerung, die ja meist in
einem
Alter eintritt, in dem die Testosteronproduktion schon nachgelassen
hat, hier ein interessanter Artikel aus Österreich zum Download. Es zeigt sich, dass
außer der Testosteronproduktion verschiedene
Wachstumsfaktoren wie IGF, EGF, Kallikreine und Prostaglandin eine
Rolle spielen.![]() Nach einer Prostataoperation wegen eines bösartigen Tumors (Prostata-Carcinom) kommt es ebenfalls häufig zu einem Testosteronmangel, der allerdings künstlich bzw. medikamentös erzeugt wird. Dieses Vorgehen ist ein anerkanntes Verfahren zur Nachbehandlung dieser Erkrankungen unter der Vorstellung, dass ein erneutes Wachstum des Carcinoms durch niedrige Testosteron-Konzentrationen vermieden wird. Es ist in den letzten Jahren eine Diskussion darüber entbrannt, ab wann der normalen eigenen Hormonproduktion wieder Raum gegeben werden kann bzw. unter welchen Bedingungen ein Patient mit einem Testosteronmangel und einem vollständig entfernten Prostata-Carcinom wieder mit Testosteron substituiert werden darf. | |||||||
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